demnächst...

Eine Theatertruppe bereitet sich auf die Aufführung vor: DER MENSCHENFEIND wird wieder einmal gegeben – eine zeitlose Komödie, in der die Emotionen brodeln: Leidenschaft, Enttäuschung, Eitelkeit, Wut, Verachtung und natürlich: grenzenlose Liebe! Prinzipienreiterei und moralische Grundsätze prallen auf Doppelmoral und Opportunismus, und dem Publikum werden in Versform die abgrundtiefen Widersprüche zwischen Wissen und Handeln vor Augen geführt, in die sich die Menschheit seit Menschengedenken verstrickt. Der 1666 uraufgeführte Bühnenklassiker, der sich im Kern um Lebenslügen und Kompromisslosigkeit dreht, hat nicht umsonst die Jahrhunderte überdauert. Denn „LE MISANTHROPE“ speist sich in weiten Teilen aus authentischen Konflikten, die den Verfasser damals umgetrieben haben, und gilt sogar als das autobiographischste Stück von Molière überhaupt. Fast 400 Jahre später erlebt nun eine Theatergruppe, wie die heutige gesellschaftspolitische Realität der erhitzten Debatten in die Inszenierung hinein schwappt und die Aufführung zu sprengen droht, als ausgerechnet der Hauptdarsteller des „Menschenfeind“ nicht zur Aufführung erscheint, weil er sich auf dem Weg zum Theater mit seiner kompromisslosen Haltung Ärger eingehandelt hat und von der Polizei verhört wird. Die verzweifelten Ensemblemitglieder sind gezwungen, sich zusammen zu raufen und schnell zu handeln: Wer kann einspringen? Wer in der Gruppe taugt zum „Menschenfeind“? Der Konflikt zwischen Prinzipientreue und Kompromissbereitschaft greift auf das Ensemble über, so dass es im Verlauf des Abends immer schwieriger wird, die ineinander verschachtelten Ebenen von Fiktion und Realität auseinander zu halten… Und obwohl sich selbstverständlich niemand zum Misanthropen berufen fühlt, entsteht durch die Notsituation ein Spiel im Spiel, welches uns vorführt, wieviel „Menschenfeind“ in uns allen steckt.